Klettern mit Kindern

Klettern ist eine ideale Freizeitbeschäftigung für Kinder: Sie bewegen sich in der Natur, machen spielerisch neue Erfahrungen und verbringen eine aktive Zeit mit Eltern oder Gleichaltrigen. Je nach Alter müsst ihr einige Dinge beachten, damit der Kletter-Ausflug Spaß macht und die Erwachsenen ihrer Verantwortung gerecht werden.

Kinder zum Klettern mitnehmen

Zuerst kommen die Kinder einfach nur mit, ohne selber zu klettern. In der Nähe des Wandfußes gibt es viele interessante Stellen, an denen sie spielen können. Die Erwachsenen müssen dafür mindestens zu dritt sein, damit immer einer aufpassen kann. Beim Sichern kann man nicht gleichzeitig ein hingefallenes Kind trösten, Streit schlichten oder darauf achten, dass andere Sicherer nicht gestört werden.

Bitte denkt dabei nicht nur an die Kinder, sondern auch an die anderen Kletterer! Wenn jemand sichert, muss er im Falle eines Sturzes blitzschnell einige Schritte rückwärts laufen können. Deshalb spielen Kinder besser nicht an dieser Stelle. Am Wandfuß droht zudem immer Steinschlag – einige Eltern mögen die Gefahr für akzeptabel halten, aber ich zumindest möchte es nicht auf dem Gewissen haben, einen Stein losgetreten zu haben, der dann ein spielendes Kind getroffen hat. Am besten achtet ihr darauf, dass die Kinder einige Meter Abstand von der Wand halten.

Natürlich eignen sich einige Klettergärten besser als andere, um einen Ausflug mit Kindern zu machen. Ein einfacher, nicht zu langer Zustieg und ein Aufenthaltsbereich ohne Absturzgefahr sind Grundvoraussetzungen. Im Frankenjura z.B. gibt es viele Felsen, die ideal geeignet sind. Die Kampenwand-Region hingegen ist deutlich schwerer zugänglich.

Kinder selber klettern lassen

Nichts überstürzen! Kinder können intuitiv erstaunlich gut klettern. Wenn sie Lust haben, werden sie es ihren Eltern nachmachen wollen, sonst spielen sie einfach nur unten. Ein kleines Kind sichert ihr am besten mit einem Kombigurt, da der Körperschwerpunkt zu hoch und die Hüfte noch nicht deutlich ausgebildet ist. Je nach Körperbau reicht ab ca. 8 Jahren auch ein Hüftgurt.

Selbst wenn Kinder noch nicht klettern möchten, macht es Spaß, im Gurt zu schaukeln oder im Toprope an einer weniger als senkrechten Wand herumzuspringen.

Kinder sichern lassen, Vorstieg, Klettern ohne Eltern

Jüngere Kinder können sich noch nicht sehr lange konzentrieren. Trotzdem möchten sie irgendwann selber einmal sichern. Das ist kein Problem, solange ein Erwachsener dahinter das Seil in der Hand hält. Ein Kind alleine hingegen beherrscht vielleicht die Technik des Sicherns, ist allerdings mit unerwarteten Probleme (Krangel, Umschlagen eines HMS-Knoten, Sturzzug, …) schnell überfordert. Zudem ist die Konzentrationsspanne noch relativ kurz.

Im Alter von 8 bis 10 Jahren beginnen Kinder, selbständiger zu klettern. Für den Übergang ist ein Kinder-Kurs sinnvoll, in dem sie mit professioneller Betreuung und gemeinsam mit Gleichaltrigen lernen, die Verantwortung zu übernehmen.

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